Hilfe

Alles zu Wegwerfadressen, permanenten Postfächern und der Verschlüsselung dahinter.

Erste Schritte

TempMail oder permanentes Postfach

Auf extort.fans gibt es zwei Wege, und sie schließen einander nicht aus.

Eine TempMail-Adresse liegt beim Aufruf der Startseite bereits fertig da. Keine Registrierung, kein Passwort, keine Bestätigung. Sie ist gedacht für Anmeldungen, die eine Adresse verlangen, aber keine dauerhafte Beziehung rechtfertigen: ein Download hinter einem Formular, ein Forum, ein Testzugang. Nach Ablauf verschwindet sie vollständig.

Ein permanentes Postfach ist ein vollwertiges Mailkonto: eigene Adresse, Passwort, 2 GB Speicher, Ordner, Archiv, Papierkorb. Es sendet auch, was eine TempMail-Adresse nie kann. Gelesen und geschrieben wird im Webmail — einen IMAP-Zugang gibt es aus einem Grund nicht, der unter Permanentes Postfach ausführlich steht.

Wenn du unsicher bist: nimm die Wegwerfadresse. Sie kostet dich nichts und keine Entscheidung. Wenn du später merkst, dass du sie behalten willst, wandelst du sie mit einem Klick in ein permanentes Postfach um, ohne die bereits empfangenen Nachrichten zu verlieren.

Postfach anlegen

Auf der Startseite rechts die Wunschadresse eintragen. Während du tippst, prüft die Seite die Verfügbarkeit; ein Haken im Feld bedeutet frei, ein Kreuz bedeutet vergeben oder reserviert. Erlaubt sind drei bis zweiunddreißig Zeichen aus Kleinbuchstaben, Ziffern, Punkt, Minus und Unterstrich.

Dann ein Passwort mit mindestens zwölf Zeichen, zweimal. Dieses Passwort ist mehr als ein Login: aus ihm wird der Schlüssel abgeleitet, mit dem deine Nachrichten entschlüsselt werden. Der Server bekommt es nie zu sehen und kann es nicht zurücksetzen.

Direkt nach dem Anlegen zeigt extort.fans dir einmalig dein Recovery-Kit: vierundzwanzig Wörter. Schreib sie ab oder drucke sie. Sie sind der einzige Weg zurück, wenn du das Passwort vergisst. Zur Bestätigung fragt der Bildschirm drei zufällige Wörter ab. Danach landest du im Posteingang.

Eine Bestätigungsmail ist nicht nötig. Eine Wiederherstellungsadresse kannst du später in den Einstellungen nachtragen.

Die erste Mail empfangen

Kopiere deine Adresse — ein Klick auf die Adresse genügt — und trage sie irgendwo ein, wo dir jemand schreibt. Neue Nachrichten erscheinen ohne Neuladen, sowohl auf der Startseite unter den beiden Karten als auch im Mailclient.

Kommt nichts an, warte eine Minute: manche Absender verzögern die erste Zustellung absichtlich. Bleibt es leer, hilft der Abschnitt Fehlerbehebung.

Der Mailclient

Unter /mail liegt die eigentliche Arbeitsfläche: Ordnerliste links, Nachrichtenliste in der Mitte, Leseansicht rechts. Die Spaltenbreiten lassen sich ziehen und werden gemerkt.

Wer lieber mit der Tastatur arbeitet: c verfassen, r antworten, a allen antworten, f weiterleiten, e archivieren, j und k navigieren, / suchen, ⌘K beziehungsweise Strg+K öffnet die Befehlspalette. Ein Druck auf ? zeigt die vollständige Liste.

TempMail

Adresse erzeugen

Die Adresse entsteht beim Aufruf der Startseite, ohne Klick. Der lokale Teil besteht aus zehn zufälligen Zeichen aus einem Alphabet, das verwechselbare Glyphen auslässt: kein i neben l, keine 0 neben O. Damit lässt sich eine Adresse vorlesen oder abtippen, ohne dass jemand rät.

Die Zufallszahlen stammen aus dem kryptografischen Zufallsgenerator des Browsers. Es gibt keine Zählerlogik und keinen Zeitstempel im Namen, aus dem sich etwas ableiten ließe.

Laufzeit und Verlängerung

Standard sind sechzig Minuten. Der Countdown neben der Adresse läuft sichtbar mit. +1 h hängt eine weitere Stunde an, beliebig oft, bis zur Obergrenze von sieben Tagen ab Erzeugung. Ist die Obergrenze erreicht, sagt das die Oberfläche und der Knopf tut nichts mehr.

Beim Anlegen kannst du die Laufzeit auch direkt wählen: zehn Minuten, eine Stunde, sechs Stunden, vierundzwanzig Stunden oder sieben Tage. Zehn Minuten reichen für eine einmalige Bestätigungsmail. Sieben Tage passen, wenn du einen Testzugang über ein Wochenende brauchst.

Eigener Präfix

Unter Adresse anpassen lässt sich statt der Zufallsfolge ein eigener lokaler Teil setzen, samt Domain und Laufzeit. Die Verfügbarkeit wird während des Tippens geprüft. Reservierte Namen wie postmaster, abuse, admin oder noreply sind gesperrt, ebenso Adressen, die in den letzten dreißig Tagen abgelaufen sind.

Ein eigener Präfix ist bequem, aber ratbar. Wer [email protected] wählt, muss damit rechnen, dass jemand anders dieselbe Idee hatte und die Adresse belegt ist — oder dass jemand sie nach Ablauf gezielt anfragt. Für alles, was zählt, ist die Zufallsadresse die bessere Wahl.

Warum eine TempMail-Adresse nicht senden kann

Wegwerfadressen ohne Registrierung sind, wenn sie senden dürfen, ein Werkzeug für Spam, Betrug und Erpressung. Deshalb ist der Versand nicht abgeschaltet, sondern strukturell ausgeschlossen, und zwar an zwei unabhängigen Stellen.

Erstens in der API: jeder Sendeversuch mit einem TempMail-Token wird abgewiesen, bevor irgendetwas passiert. Zweitens im Mailserver selbst: Postfix nimmt von diesen Adressen grundsätzlich keine Einlieferung zur Weiterleitung an, weil sie kein SASL-Konto besitzen und Relay nur nach Anmeldung erlaubt ist.

Das schließt auch Antworten und Weiterleitungen ein. Es gibt keinen Schalter, der das ändert, und keine Ausnahme für angemeldete Nutzer, die nebenbei eine TempMail-Adresse laufen lassen. Wer senden will, braucht ein permanentes Postfach.

Was beim Ablauf passiert

Wenn der Countdown Null erreicht, läuft ein Aufräumlauf:

  1. Der Ciphertext aller Nachrichten wird von der Platte gelöscht, samt Anhängen.
  2. Der öffentliche Schlüssel der Adresse wird entfernt.
  3. Der Alias wird deaktiviert, weitere eingehende Mail wird abgewiesen.
  4. Die Metadaten werden auf reine Zählwerte reduziert.
  5. Die Adresse wandert für dreißig Tage auf eine Sperrliste.

Die Sperrfrist hat einen Grund: ohne sie könnte jemand eine gerade abgelaufene Adresse sofort neu anfragen und die Post empfangen, die noch für dich gedacht war. Nach dreißig Tagen ist die Adresse wieder frei.

Nichts davon lässt sich rückgängig machen. Es gibt kein Papierkorb-Fenster und keine Kopie im Backup, denn ein Backup, aus dem sich gelöschte Wegwerfmail wiederherstellen ließe, wäre genau das Gegenteil dessen, was eine Wegwerfadresse leisten soll.

Adresse auf einem zweiten Gerät

Der private Schlüssel deiner TempMail-Adresse liegt im Browser, in der IndexedDB, und verlässt das Gerät nicht. Ein anderes Gerät kann die Nachrichten deshalb nicht lesen, selbst wenn es die Adresse kennt.

Wer die Adresse auf dem Telefon weiterverwenden will, benutzt den QR-Code: er enthält die Adresse, damit sie sich dort eintragen lässt, wo sie gebraucht wird. Gelesen wird weiterhin auf dem Gerät, das den Schlüssel hat.

Wer Nachrichten auf mehreren Geräten lesen will, ist bei einem permanenten Postfach richtig. Dort hängt der Schlüssel am Passwort und nicht am Browser.

Grenzen

  • Höchstens drei neue Adressen pro Stunde und Internetanschluss.
  • Höchstens fünfzig Nachrichten je Adresse.
  • Anhänge bis zehn Megabyte, vor der Verschlüsselung auf Schadsoftware geprüft.
  • Keine Ordner, keine Aliase, kein Versand.

Permanentes Postfach

Registrierung

Adresse und Passwort auf der Startseite eingeben, anlegen, fertig. Kein Bestätigungslink, keine Telefonnummer, keine Zahlungsdaten. Reservierte Adressen sind gesperrt, verfügbare werden während der Eingabe als frei markiert.

Das Passwort muss mindestens zwölf Zeichen haben. Länge schlägt Sonderzeichen: eine Folge aus vier zufälligen Wörtern ist stärker und leichter zu merken als P4ssw0rt!. Die Stärkeanzeige unter dem Feld bewertet Länge zuerst.

Recovery-Kit

Unmittelbar nach dem Anlegen erscheint das Recovery-Kit: vierundzwanzig Wörter nach dem BIP39-Verfahren. Aus ihnen lässt sich dein Master Key rekonstruieren, wenn das Passwort weg ist.

Du kannst es herunterladen und drucken. Zur Bestätigung, dass es wirklich gesichert ist, fragt der Bildschirm drei zufällige Wörter ab. In den Einstellungen lässt sich das Kit später erneut anzeigen, solange du angemeldet bist.

Ohne Passwort und ohne Recovery-Kit ist das Postfach endgültig verloren. Das ist keine Härte im Kundenservice, sondern die direkte Folge davon, dass der Server deinen Schlüssel nie besitzt. Es gibt keinen Administratorzugang, der das umgehen könnte.

Bewahre das Kit nicht im selben Passwortmanager auf wie das Passwort. Papier im Ordner ist hier eine ernsthaft gute Lösung.

Warum es keinen IMAP-Zugang gibt

Thunderbird, Apple Mail und Outlook funktionieren mit extort.fans nicht. Das ist keine fehlende Funktion, sondern die direkte Folge der Verschlüsselung — und weil das oft überrascht, hier die vollständige Begründung.

Deine Nachrichten liegen auf der Platte verschlüsselt, und zwar gegen einen Schlüssel, der aus deinem Passwort in deinem Browser abgeleitet wird. Der Server besitzt ihn nicht. Ein IMAP-Client spricht das IMAP-Protokoll und kennt dieses Verfahren nicht; er bekäme vom Server also verschlüsselte Daten geliefert und zeigte unlesbaren Zeichensalat.

Es gäbe drei Auswege, und jeder kostet mehr, als er bringt:

Der Server könnte den Schlüssel mitverwahren. Dann funktionierte IMAP — aber der Zero-Access-Schutz wäre für dein gesamtes Postfach aufgehoben, nicht nur für die per IMAP gelesenen Nachrichten. Damit wäre der Grund weg, diesen Dienst überhaupt zu benutzen.

Es könnte ein lokales Brückenprogramm geben, das auf deinem Rechner entschlüsselt und selbst IMAP anbietet. So löst Proton Mail das. Es ist ein eigenständiges Programm mit eigenem Installationspaket für jedes Betriebssystem — ein Projekt für sich.

Oder es gibt kein IMAP. Das ist der Weg, für den wir uns entschieden haben.

Das Webmail unter /mail ist deshalb der einzige Zugang. Es funktioniert in jedem aktuellen Browser, auch auf dem Telefon, und braucht keine Installation. Wer zwingend einen lokalen Client braucht, ist bei einem Anbieter ohne Zero-Access-Verschlüsselung besser aufgehoben — das ist ehrlicher gesagt als ein Zugang, der Buchstabensalat liefert.

Aliase

Bis zu zehn zusätzliche Adressen, die in dasselbe Postfach zustellen. Sinnvoll, um Absender auseinanderzuhalten: shop@, verein@, newsletter@. Jeder Alias lässt sich einzeln abschalten, ohne dass die Nachrichten verschwinden, die bereits eingegangen sind.

Beim Verfassen kannst du wählen, welche Adresse als Absender erscheint.

Filter und Abwesenheit

Filter werden in der Oberfläche zusammengeklickt und im Hintergrund als Sieve-Regeln erzeugt, die serverseitig laufen — also auch dann, wenn kein Browser offen ist.

Bedingungen: Absender, Empfänger, Betreff, Inhalt, Größe, Anhang vorhanden. Aktionen: verschieben, mit Label versehen, markieren, weiterleiten, löschen, als gelesen markieren. Die Reihenfolge lässt sich ziehen; die erste passende Regel gewinnt, sofern du sie nicht auf Weiterlaufen stellst.

Eine Abwesenheitsnotiz mit Zeitraum liegt daneben. Sie antwortet jedem Absender höchstens einmal pro Woche.

Speicherplatz

2 GB pro Postfach. Der Balken in der Seitenleiste zeigt den Stand. Bei 90 Prozent erscheint ein Hinweis, bei 100 Prozent werden eingehende Nachrichten abgewiesen statt still verworfen — der Absender bekommt eine Fehlermeldung und weiß Bescheid.

Anhänge sind der größte Posten. Die Suche nach larger:5M findet die dicksten Brocken.

Import und Export

Export als mbox-Datei. Die Nachrichten werden dazu in deinem Browser entschlüsselt und als Klartextarchiv heruntergeladen — es liegt danach unverschlüsselt auf deiner Platte, das ist der Sinn eines Exports. Leg es an einen Ort, den du kontrollierst.

Konto löschen

In den Einstellungen ganz unten. Die Löschung verlangt das Passwort und eine ausgeschriebene Bestätigung. Danach werden Postfach, Ciphertext, Anhänge, Suchindex, Aliase und Sitzungen entfernt.

Die Adresse wandert für dreißig Tage auf die Sperrliste, damit sie nicht sofort neu vergeben wird und fremde Post empfängt. Rückgängig machen lässt sich nichts.

Verschlüsselung

Was der Betreiber sehen kann — und was nicht

Ehrlichkeit ist hier wichtiger als Werbung, deshalb beides im Klartext.

Nicht sichtbar: der Inhalt deiner Nachrichten, die Betreffzeilen, die Vorschautexte, die Dateinamen deiner Anhänge, deren Inhalt, deine Notizen zu Kontakten und dein Suchindex. All das liegt auf der Platte ausschließlich als Ciphertext. Der Server besitzt den passenden Schlüssel nicht und kann ihn nicht herleiten.

Sichtbar: dass ein Postfach existiert, wann es angelegt wurde, wie viele Nachrichten es enthält und wie groß sie sind, wer wann an wen geschrieben hat, aus welchem Netz du dich anmeldest und welche Ordner du angelegt hast. Diese Metadaten sind für Zustellung, Spamabwehr und Missbrauchsbekämpfung nötig. Sie zu verschlüsseln würde bedeuten, keine Mail mehr zustellen zu können.

Wer Metadatenschutz braucht, braucht ein anderes Werkzeug als E-Mail. Das ist keine Eigenheit von extort.fans, sondern von SMTP.

Wie es funktioniert

Aus deinem Passwort wird im Browser mit Argon2id ein Schlüssel abgeleitet, der Key Encryption Key. Der entschlüsselt deinen Master Key, aus dem wiederum dein PGP-Schlüsselpaar und der Mailbox Content Key hervorgehen.

Auf dem Server liegen nur: das Salz, der verschlüsselte Master Key, dein öffentlicher Schlüssel und dein verschlüsselter privater Schlüssel. Nie das Passwort, nie der Key Encryption Key, nie ein Schlüssel im Klartext.

Die Anmeldung ist davon getrennt. Sie läuft über SRP-6a, ein Verfahren, bei dem der Server beweist bekommt, dass du das Passwort kennst, ohne es zu erfahren. Der Verifier auf dem Server taugt nicht dazu, deine Mail zu entschlüsseln.

Eingehende Nachrichten werden gegen deinen öffentlichen Schlüssel verschlüsselt, bevor sie auf die Platte geschrieben werden. Der Klartext existiert nur kurz im Arbeitsspeicher des Zustellprozesses und wird dort anschließend überschrieben.

Entschlüsselt wird in deinem Browser, in einem Web Worker, damit die Oberfläche nicht stockt.

Zusätzlich liegen die Datenträger für Maildir und Objektspeicher unter LUKS2, und Backups sind mit age verschlüsselt. Das schützt gegen den gestohlenen Server, nicht gegen den laufenden — deswegen ist es Ergänzung und nicht Ersatz.

Wogegen das schützt, und wogegen nicht

Geschützt: jemand baut die Platte aus. Ein Backup gerät in falsche Hände. Ein Datenbank-Dump landet im Netz. Eine Behörde beschlagnahmt den Server. In all diesen Fällen bekommt der Angreifer Ciphertext und Metadaten, keinen Inhalt.

Nicht geschützt: dein eigenes Gerät. Wer deinen Rechner kontrolliert oder deinen Browser manipuliert, liest mit, sobald du entschlüsselst. Ebenso wenig geschützt ist der Fall, dass jemand mit Kontrolle über den Server manipuliertes JavaScript ausliefert — das ist die grundsätzliche Schwäche jeder Browser-Kryptografie und gilt für alle Anbieter dieser Art. Und Metadaten bleiben Metadaten.

Wer gegen diese Fälle abgesichert sein muss, verschlüsselt mit einem lokalen PGP-Programm, bevor die Nachricht den Rechner verlässt.

Warum die Suche im Browser läuft

Eine serverseitige Volltextsuche müsste den Inhalt lesen können. Damit wäre der Zero-Access-Schutz aufgegeben — nicht theoretisch, sondern im Alltag.

Stattdessen wird der Suchindex in deinem Browser aufgebaut, in einem Web Worker gepflegt und verschlüsselt auf dem Server abgelegt, damit dein zweites Gerät ihn nicht neu bauen muss. Der Server verwahrt einen Blob, den er nicht lesen kann.

Der Preis: die erste Suche nach dem Anmelden auf einem neuen Gerät braucht einen Moment, bis der Index geladen und entschlüsselt ist.

Passwort verloren

Mit Recovery-Kit: die vierundzwanzig Wörter eingeben, ein neues Passwort setzen, weiterarbeiten. Aus dem Kit wird der Master Key rekonstruiert und gegen den neuen Key Encryption Key neu verschlüsselt. Es geht nichts verloren.

Ohne Recovery-Kit: nichts zu machen. Kein Support-Ticket, kein Ausweisfoto, kein Verfahren. Der Schlüssel existiert außerhalb deines Kopfes und deines Kits nirgends. Ein Weg zurück, den der Betreiber öffnen könnte, wäre ein Weg, den auch jemand anders gehen kann.

Fingerprint prüfen

Klick auf den Absender öffnet ein Popover mit Namen, Adresse und, sofern vorhanden, dem Fingerprint seines Schlüssels. Ein Fingerprint ist die Kurzform eines öffentlichen Schlüssels.

Sinnvoll wird die Prüfung erst, wenn du den Fingerprint über einen zweiten Kanal vergleichst: am Telefon vorgelesen, persönlich abgeglichen. Stimmt er, weißt du, dass die Nachricht wirklich vom Inhaber dieses Schlüssels stammt. Ändert er sich unerwartet, ist Vorsicht angebracht.

Versand an Empfänger ohne PGP

Die meisten Empfänger haben keinen PGP-Schlüssel. extort.fans bietet dann zwei Wege.

Passwortgeschützter Link, die Voreinstellung. Die Nachricht wird verschlüsselt abgelegt, der Empfänger bekommt einen Link und du gibst ihm das Passwort über einen anderen Kanal. Der Link läuft ab und hat eine begrenzte Zahl an Aufrufen.

Unverschlüsselter Versand. Ganz normale Mail, wie sie überall ankommt, mit Transportverschlüsselung zwischen den Servern und ohne Schutz auf dem Zielsystem. Das ist manchmal genau richtig; die Oberfläche fragt einmal nach und merkt sich die Entscheidung nicht.

Sicherheit

Zwei-Faktor-Anmeldung

In den Einstellungen unter Konto. extort.fans nutzt zeitbasierte Einmalcodes nach TOTP, wie sie Aegis, 1Password, Bitwarden oder Google Authenticator erzeugen. SMS gibt es nicht, weil eine Telefonnummer sich übernehmen lässt.

Beim Einrichten erscheint ein QR-Code und darunter zehn Backup-Codes. Jeder Code funktioniert einmal. Sichere sie zusammen mit dem Recovery-Kit, aber nicht auf demselben Gerät, auf dem die Authenticator-App läuft.

Zu beachten: Zwei-Faktor schützt die Anmeldung, nicht die Verschlüsselung. Wer dein Passwort kennt und an deine verschlüsselten Daten kommt, kann sie auch ohne den zweiten Faktor entschlüsseln. Der zweite Faktor verhindert, dass sich jemand mit gestohlenem Passwort an deinem Postfach anmeldet und Mail liest, versendet oder löscht.

Aktive Sitzungen

Die Einstellungen listen jede angemeldete Sitzung mit Zeitpunkt, ungefährem Ort nach IP-Adresse und Browserkennung. Was du nicht zuordnen kannst, meldest du dort ab; die Sitzung ist sofort ungültig.

Schau nach einer Reise oder nach der Nutzung eines fremden Rechners kurz hier vorbei. Wer eine unbekannte Sitzung findet: erst abmelden, dann das Passwort ändern, dann die App-Passwörter neu vergeben.

Blockierte Bilder

Externe Bilder in HTML-Mails sind der zuverlässigste Zählmechanismus, den Absender haben. Ein unsichtbares Ein-mal-ein-Pixel verrät, dass du die Nachricht geöffnet hast, wann, wie oft und aus welchem Netz.

extort.fans lädt externe Bilder deshalb nicht automatisch. Eine schmale Leiste über der Nachricht bietet das Nachladen an, wenn du es willst. Für Absender, denen du vertraust, lässt sich das dauerhaft erlauben.

Lesebestätigungen sind grundsätzlich abgeschaltet und werden nie versendet.

Phishing erkennen

Die meisten Angriffe brauchen keine technische Lücke, sondern Eile.

Der Anzeigename ist wertlos. Jeder kann sich „Sparkasse Sicherheit” nennen. Klick auf den Absender und sieh dir die tatsächliche Adresse an, insbesondere den Teil nach dem letzten Punkt vor dem @-Zeichen. [email protected] gehört zu beispiel.tld, nicht zur Sparkasse.

Links vor dem Klick prüfen. Der Text eines Links sagt nichts über sein Ziel. Fahre mit dem Zeiger darüber und lies die Adresse unten. Achte auf ähnlich aussehende Domains: ein rn statt m, ein Bindestrich zu viel, eine fremde Endung.

Zeitdruck ist das Warnsignal. „Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt” ist keine Information, sondern eine Methode. Kein seriöser Absender braucht deine Reaktion binnen Minuten.

Anhänge, die du nicht erwartet hast. Besonders Office-Dateien mit Makros und Archive mit einer einzelnen ausführbaren Datei darin. Im Zweifel den Absender über einen bekannten Kanal fragen, nicht über die Antwortadresse der Nachricht.

Niemand von extort.fans fragt nach deinem Passwort. Nicht per Mail, nicht am Telefon, nicht im Chat. Wer es tut, ist es nicht. Und weil der Betreiber deinen Schlüssel ohnehin nicht besitzt, gäbe es auch keinen Grund dafür.

Was zu tun ist, wenn etwas passiert ist

  1. Passwort ändern. Dabei wird der Master Key gegen den neuen Schlüssel neu verschlüsselt.
  2. Alle fremden Sitzungen abmelden.
  3. Alle App-Passwörter widerrufen und für die Geräte neu vergeben, die du tatsächlich benutzt.
  4. Filterregeln durchsehen. Ein beliebter Trick ist eine unauffällige Weiterleitungsregel.
  5. Aliase prüfen, ob ein neuer dazugekommen ist.
  6. Zwei-Faktor einschalten, falls noch nicht geschehen.

Verdächtiges kannst du unter Missbrauch melden einreichen.

Fehlerbehebung

Eine Mail kommt nicht an

Der Reihe nach, das spart Zeit:

Ist die Adresse noch gültig? Bei TempMail zeigt der Countdown die Restlaufzeit. Steht dort „abgelaufen”, ist die Adresse samt Inhalt gelöscht und nimmt nichts mehr an.

Stimmt die Schreibweise? Die Zufallsadressen vermeiden verwechselbare Zeichen, aber ein selbst gewählter Präfix mit Punkt oder Bindestrich wird leicht falsch abgetippt. Kopiere die Adresse lieber, statt sie abzuschreiben.

Wurde das Nachrichtenlimit erreicht? Eine TempMail-Adresse nimmt fünfzig Nachrichten auf. Danach wird abgewiesen.

Ist die Nachricht zu groß? Anhänge über zehn Megabyte werden bei TempMail abgelehnt, der Absender bekommt eine Fehlermeldung.

Hat der Absender eine Fehlermeldung bekommen? Das ist die wertvollste Information. Eine Meldung mit 550 5.1.1 Postfach unbekannt heißt: die Adresse existiert hier nicht — meist ein Tippfehler oder eine abgelaufene Adresse. Domain nicht gefunden heißt: der Domainname war falsch geschrieben.

Manche Absender verzögern absichtlich. Besonders bei erstmaligem Kontakt sind ein bis zwei Minuten normal.

Eine Mail landet im Spam

Eingehende Nachrichten werden von Rspamd bewertet. Ab einem Schwellenwert landen sie im Spam-Ordner, statt verworfen zu werden — du kannst also immer nachsehen.

Verschiebe eine falsch einsortierte Nachricht in den Posteingang. Das trainiert den Filter für dein Postfach. Umgekehrt trainiert das Verschieben in den Spam-Ordner in die andere Richtung.

Kommt von einem Absender regelmäßig erwünschte Post im Spam an, lege einen Filter an: Bedingung Absender, Aktion „in Posteingang verschieben” und „als Nicht-Spam markieren”.

TempMail-Adressen haben keine Ordner. Dort werden Nachrichten mit sehr hoher Spambewertung direkt abgewiesen, alles andere landet im Posteingang.

Die Anmeldung schlägt fehl

„Passwort falsch”, obwohl es stimmt. Prüfe die Feststelltaste und das Tastaturlayout. Sonderzeichen liegen auf einem englischen Layout anders. Kopiere das Passwort aus deinem Passwortmanager statt es zu tippen.

Der Zwei-Faktor-Code wird abgelehnt. Meist geht die Uhr des Telefons falsch. TOTP-Codes hängen an der Uhrzeit; schon eine Minute Abweichung reicht. Stelle im Telefon die automatische Zeitsynchronisierung ein und versuche es erneut. Sonst einen Backup-Code verwenden.

Nach dem Anmelden bleibt der Posteingang leer und dreht sich. Dann läuft die Entschlüsselung, oder sie scheitert. Lade die Seite neu. Bleibt es dabei, ist auf diesem Gerät womöglich der Browser-Speicher blockiert — siehe unten.

Passwort vergessen. Nur mit dem Recovery-Kit. Ohne Kit gibt es keinen Weg zurück, siehe Verschlüsselung.

Ein Anhang lässt sich nicht öffnen

Anhänge werden im Browser entschlüsselt und dann heruntergeladen. Bricht das ab, hilft meist:

  • Den Download nicht mehrfach parallel starten, sondern einmal und abwarten.
  • Bei sehr großen Anhängen genügend freien Arbeitsspeicher lassen; die Entschlüsselung braucht kurzzeitig ungefähr die doppelte Dateigröße.
  • Im privaten Fenster oder mit strengen Blockern kann der Download verhindert werden. Einmal im normalen Fenster probieren.

PDF und Bilder lassen sich direkt in der Leseansicht betrachten, ohne Download.

Browser

Nötig sind Web Crypto, IndexedDB, Web Worker und Server-Sent Events. Das erfüllen alle aktuellen Browser.

Getestet: Firefox, Chrome, Edge und Safari, jeweils in der aktuellen und der vorherigen Hauptversion.

Nicht unterstützt sind Internet Explorer und Browser, in denen JavaScript vollständig abgeschaltet ist. Die Startseite wird serverseitig gerendert und ist auch ohne JavaScript lesbar, aber die Wegwerfadresse und der Mailclient brauchen es.

Privates Fenster. Funktioniert, aber der Schlüssel deiner TempMail-Adresse liegt in der IndexedDB und wird beim Schließen des Fensters gelöscht. Die Adresse existiert dann noch, ihre Nachrichten sind aber nicht mehr lesbar.

Blocker und strenge Datenschutzeinstellungen. Wer Speicherzugriff für die Seite blockiert, verliert die Sitzung bei jedem Neuladen. extort.fans lädt keine fremden Skripte und setzt keine Tracking-Cookies; eine Ausnahme für diese Seite kostet dich nichts.

Der Dienst reagiert nicht

Der aktuelle Zustand aller Teilsysteme steht unter Status. Die Seite aktualisiert sich alle dreißig Sekunden und zeigt, ob Datenbank, Cache und Live-Verbindung laufen.

Steht dort alles auf „läuft” und es klemmt trotzdem, liegt es zwischen dir und dem Dienst. Anderes Netz probieren, dann melden über Missbrauch und Kontakt.

Rechtliches

Nutzungsbedingungen in Kurzform

Die vollständige Fassung steht unter Nutzungsbedingungen. Das Wesentliche in einfachen Worten:

Der Dienst ist kostenlos und wird ohne Verfügbarkeitszusage betrieben. Es gibt keine Garantie, dass eine Nachricht ankommt, und keine, dass der Dienst morgen noch läuft.

Erlaubt ist alles, was rechtmäßig ist. Nicht erlaubt sind insbesondere: Versand unverlangter Massenmail, Betrug und Phishing, Verbreitung von Schadsoftware, Belästigung und Bedrohung, Verbreitung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs sowie jeder Versuch, den Dienst oder Dritte anzugreifen.

Zuwiderhandlung führt zur sofortigen Sperrung ohne Vorwarnung. Bei Straftaten wird Anzeige erstattet.

Wegwerfadressen können technisch nicht senden. Damit sind sie als Werkzeug für Spam und Erpressung ungeeignet, und das ist Absicht.

Missbrauch melden

Über das Formular unter Missbrauch oder per Mail an [email protected].

Nützlich für eine Bearbeitung sind: die betroffene Adresse, Zeitpunkt der Nachricht, der vollständige Kopfbereich der Mail — im Mailclient über das Menü unter „Original-Header” — und eine kurze Beschreibung.

Meldungen werden gesichtet. Bei bestätigtem Missbrauch wird das Postfach gesperrt und der Ciphertext gelöscht. Eine Rückmeldung an die meldende Person erfolgt nur, wenn eine Kontaktadresse angegeben wurde.

Behördenanfragen

Anfragen von Strafverfolgungsbehörden werden bearbeitet, wenn sie in der Form vorliegen, die das anwendbare Recht verlangt. Was dabei herausgegeben werden kann, ist durch die Technik begrenzt:

Herausgebbar: die Metadaten, die zum Betrieb ohnehin anfallen — dass ein Postfach existiert, wann es angelegt wurde, Absender- und Empfängeradressen, Zeitpunkte, Größen, IP-Adressen aus den Verbindungsprotokollen im Rahmen ihrer Aufbewahrungsfrist.

Nicht herausgebbar: Inhalte, Betreffzeilen, Anhänge, Kontaktnotizen und Suchindizes. Sie liegen ausschließlich als Ciphertext vor, und der Schlüssel dazu existiert auf dem Server nicht. Eine Anordnung ändert daran nichts, weil es kein Verfahren gibt, mit dem der Betreiber diese Daten lesbar machen könnte.

Nicht möglich: eine Hintertür einzubauen, die rückwirkend bereits gespeicherte Nachrichten lesbar macht. Wer Zugriff auf ein Endgerät oder auf künftig ausgelieferten Code hat, kann Kryptografie im Browser umgehen — dieser Punkt steht offen im Bedrohungsmodell und wird hier nicht schöngeredet.

Was gespeichert wird und wie lange

DatenAufbewahrung
Nachrichten in permanenten Postfächernbis du sie löschst
Gelöschte Nachrichten im Papierkorb30 Tage, dann endgültig
TempMail-Nachrichtenbis zum Ablauf der Adresse, dann sofort und vollständig
Gesperrte TempMail-Adressen30 Tage nur der Adressname, ohne Inhalt
Verbindungsprotokolle des Mailservers7 Tage
Zugriffsprotokolle des Webservers7 Tage, IP-Adressen gekürzt
Aktive Sitzungenbis zur Abmeldung oder zum Ablauf
Audit-Log für Verwaltungsvorgänge90 Tage, ohne Nachrichteninhalte
Gelöschte Kontensofort entfernt, Adresse 30 Tage gesperrt

Es gibt kein Nutzungstracking, keine Analysedienste, keine Werbenetzwerke und keine Weitergabe an Dritte zu Werbezwecken. Die Seiten laden keine externen Skripte, weshalb auch kein Einwilligungsbanner nötig ist.

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